Familienunternehmen im Mittelstand: Wie sieht es eigentlich mit dem Plan Ü aus? Oder: "Warum viele Firmenübergaben scheitern?" Die größten Stolperfallen:

Die Übergabe des eigenen Unternehmens ist wohl eine der drei bedeutsamsten wirtschaftlichen Entscheidungen bzw. Aktivitäten im Leben eines Familien-Unternehmers. Ganz egal, ob eine familieninterne Nachfolge geplant ist oder ob eine familienfremde Lösung angestrebt wird (externes Management oder Verkauf des Unternehmens), die Übergabe ist von absolut herausragender wirtschaftlicher Bedeutung. Trotzdem: Der Plan Ü fehlt häufig oder er hat gravierende Schwächen. Was ist wichtig?


Übergaben bei Familienunternehmen

 

Die Zahlen sprechen für sich: Nur ganz wenige Familienunternehmen schaffen den Sprung in die dritte Generation. In vielen Familienunternehmen fehlt interessierter oder geeigneter Nachwuchs. Aber selbst dort, wo geeignete Nachfolger vorhanden sind, wird die Übergabe oft nur als Teil des Tagesgeschäftes verstanden.

Während die rechtlichen und steuerlichen Parameter meistens professionell behandelt werden, werden die wirtschaftlichen und psychologischen Wirkungen oft unterschätzt und vernachlässigt. Das gilt sowohl für die Weitergabe an einen familieninternen Nachfolger als auch für den Verkauf des Unternehmens. Längerfristige Übergabepläne existieren häufig nicht.

 

Die zwei häufigsten Fehler bei der Übergabe von Familienunternehmen


Bei der Weitergabe an einen internen Nachfolger oder an ein externes Management werden die alten Strukturen nicht rechtzeitig aufgebrochen, um dem Nachfolger den schnellen Aufbau des eigenen Netzwerkes zu ermöglichen. Die Folge: Die Nachfolger benötigen zu viel Kraft und Zeit, um eingefahrene Prozesse, vorhandene Kopfmonopole oder etablierte Seilschaften aufzubrechen. Um die eigenen Perspektiven zu verfolgen, fehlt es an Transparenz und an objektiven internen Ratgebern. Die Duftmarken für Veränderungen werden zu spät gesetzt und Widerstandskräfte werden gestärkt. Ein denkbar schlechter Einstieg, der oft über einen längeren Zeitraum hohe wirtschaftliche Schäden verursacht.

 

Bei einem Verkauf des Unternehmens wird der Unternehmenswert oft nicht rechtzeitig von den dominanten Ertragsfaktoren entkoppelt. Ganz egal, ob es die Person des bisherigen Inhabers, ein spezifisches Monopolwissen oder die herausragende Bedeutung bestimmter Kunde-Produkt-Anwendung-Szenarios ist, ein potentieller Erwerber wird die daraus resultierenden Risiken mit hoher Gewichtung bei der Ermittlung seines Kaufpreisangebotes berücksichtigen. Diese Abschläge führen über Multiplikatoren häufig zu einer erheblichen Reduzierung des Unternehmenswertes. Die Folge: Die Lebensleistung des Inhabers wird nicht angemessen bewertet. Es kommt sogar vor, daß sich aufgrund der vorhandenen Risiken überhaupt keine Kaufinteressenten anbieten. Eine schwierige Situation: Abwicklungskosten statt Verkaufserlös. Das Lebenswerk des Unternehmers oder der Familie wird komplett in Frage gestellt.


Risikomanagement als stabiles Gerüst


Ein einfaches und effektives Risikomanagement versetzt jeden Familienunternehmer in den Stand, die Firmenübergabe strukturiert zu planen und die für den Erfolg wesentlichen Voraussetzungen zu schaffen.

Dabei ist es wichtig, mit einer neutralen Perspektive und mit objektiven Kriterien zu arbeiten. Für den ersten Schritt ist es unwesentlich, ob eine familieninterne Nachfolgeregelung geplant ist oder ob eine externe Lösung vorgesehen ist.

 

Die übergaberelevanten Risikofaktoren werden ermittelt und bewertet. Im Anschluss werden eine Prioritätenliste und ein Maßnahmenkatalog zusammengestellt. Daraus werden Einzel- und Gruppenmaßnahmen abgeleitet, die über die reguläre Organisation oder über erfolgsbasierte Projektstrukturen abgearbeitet werden. Die Steuerung und Erfolgskontrolle liegen in einer Hand. Das ist entweder ein Vertrauter des Inhabers, der zukünftige Übernehmer selbst, sofern er bereits im Unternehmen tätig ist, oder ein externer Unterstützer.

 

Besteht die Absicht, das Unternehmen in der Zukunft zu verkaufen, werden die für ein Verkaufsmemorandum erforderlichen Rohinformationen zusammengetragen und aus der Perspektive eines möglichen Erwerbers analysiert und bewertet. Auf Basis von definierten Zielbandbreiten wird ein Maßnahmenbündel mit Zeitplan, Ressourcen und Verantwortlichkeiten vereinbart. Die Steuerung und Erfolgskontrolle liegen wiederum in einer Hand. Hier kommt nur der Inhaber selbst  oder eine absolute Vertrauensperson innerhalb oder außerhalb des Unternehmens in Frage.


Plan Ü - Doping für die Firmenübergabe

 

Ob intern oder extern, die Firmenübergabe ist eine Transaktion mit ganz herausragender wirtschaftlicher Bedeutung. Der aus dem Risikomanagement abgeleitete Übergabeplan beinhaltet alle erforderlichen Maßnahmen bis zur faktischen Übergabe. Er schafft Flexibilität und sichert die volle Handlungshoheit des Inhabers. Zerschlägt sich die interne Nachfolge, schaffen Sie parallel die besten Voraussetzungen für die Übergabe an ein externes Management. Und Sie steigern den Wert des Unternehmens vor dem Hintergrund eines möglichen Unternehmensverkaufs. So müssen Sie nicht erleben, daß das Ihnen z.B. ein potentieller Käufer einfach die wichtigsten Mitarbeiter ausspannt und Ihr Geschäft auf diesem Weg übernimmt.

 

Mit Risikomanagement sichern Sie Ihr Familienvermögen. Sie verbessern Ihren Unternehmenswert und schützen Ihre Lebensleistung.


Mehr Informationen über einfaches & effektives Risikomanagement im Mittelstand und in Familienunternehmen: info@risiko-consulting.de, www.risiko-consulting.de

Bildquelle: Courtany / www.pixabay.com 

Stichworte: Nachfolge. Firmenübergabe. Familienunternehmen. Risikomanagement.

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